Hommage an den unsterblichen Piazzolla

 

AccoMusica-Konzert im voll besetzten Kurhaus – viel Beifall für alle Mitwirkenden

Das große Finale: Darunter ein kleiner Paul, der mit seinem Opa "Paulchen Panter" spielt (Foto: Rüdiger Homberg)

Der argentinische Komponist und Tango-Revoluzzer Astor Piazzolla ist seit 25 Jahren tot. Für seine Fangemeinde aber ist Piazzolla unsterblich — „in-mortal“. In Memoriam hat ihm sein Thüringer Zeitgenosse Hans Boll ein Stück mit dem Namen „Inmortal“ geschrieben. Und Inmortal“ war auch der Titel des Jahreskonzerts, den der Akkordeonverein „AccoMusica “ am Sonntagabend im Kurhaus Waldbronn gegeben hat. Der seit 25 Jahren von Thomas Lehmann geführte Verein sorgt seit 1973 in Waldbronn und Karlsbad für Musikkultur. Von frühester Kindheit an, mit dem Babymusikgarten, dem Kinder bis etwa sechs Jahre angehören. Dann beginnt musikalische Früherziehung mit der Melodica, fortgesetzt mit den „AccoKids“ und im Jugendakkordeonorchester. Dazu kommen schließlich das erste und das zweite Orchester des Vereins.

Das große Finale: Drei Generationen musizieren zusammen (Foto: Rüdiger Homberg)Alle Klangkörper und dazu Gäste vom Malscher Akkordeon-Ensemble erfreuten das Publikum im voll besetzten Saal und erhielten für ihre gelungenen Darbietungen viel Beifall.

Dirigent Uwe Müller leitet auch die Malscher Gruppe und bewies in den zwei Stunden einmal mehr seine großen Qualitäten am Pult. Zumal er in der Eingangssequenz mit dem ersten Orchester und auch als Solist beim Stück Little Story“ des polnischen Komponisten Janusz Wojtarovicz selbst in die Tasten griff. Der erste Durchgang wurde mit dem ersten Piazzolla-Stück „Escualo“ — Haifisch — ziemlich bissig. Und das Jugendorchester stieg mit der fünfsätzigen Rock-Suite „Open Air“ von Hans-Günther Kölz ein.

Das 1. Orchester und das AE Malsch spielen "Inmortal - in memoriam A.P." von Hans Boll (Foto: Rüdiger Homberg)Mit Hans Bolls „Inmortal“ startete das erste AccoMusica-Orchester zusammen mit den Malscher Gästen in die Runde nach der Pause und lieferte damit den musikalischen Höhepunkt des Abends. Piazzolla hat zum Tod seines Vaters „Adios Noninio“ geschrieben. Richtig voll wurde die Bühne, als sich das zweite Orchester von AccoMusica und das Jugendorchester zu Andrew Lloyd Webbers Memory aus dem Musical Cats hinzugesellten.

Und schließlich fragten mehr als 60 Musiker von Jung bis Alt wie Paulchen Panther: „Wer hat an der Uhr gedreht?“ Unter ihnen auch ein Paulchen: Der fünfjährige Paul saß in einem großen Ensemble zusammen mit seinem 67 Jahre alten Opa. „Das ist etwa ganz Seltenes in einem Akkordeonorchester, wie Vorstand Thomas Lehmann zum Abschied anerkennend meinte.

Text und Fotos von Rüdiger Homberg