Kontrastreiches Konzert in der Kirche

Interessantes Konzert von AccoMusica und Kirchenchor

AccoMusica eröffnet das Konzert mit dem „Sonnenuntergang“ von Stefan Hippe

Der katholische Kirchenchor Reichenbach-Etzenrot unter der Leitung von Joachim Langnickel und das 1. und 2. Orchester von AccoMusica, Leitung Uwe Müller, haben sich zu einem gemeinsam gestalteten Kirchenkonzert in der Reichenbacher Pfarrkirche zusammengetan.

Verstärkt wurde der Kirchenchor bei mehreren Werken durch den ebenfalls unter der Leitung von Langnickel stehenden Konzertchor Karlsruhe.

AccoMusica eröffnete unter der Leitung von Uwe Müller das Programm mit „Sonnenuntergang“ des zeitgenössischen Komponisten Stefan Hippe. Mit diesem Werk errang AccoMusica 2010 beim 10. World Music Festival in Innsbruck in der Oberstufe das Prädikat „hervorragend“. Lebhafter Beifall dankte dem Orchester und seinem Dirigenten bereits nach dieser Eröffnung.

Bei der Messe erklangen die Hörner aus dem Electronium, fabelhaft gespielt von Christiane Becker und Uwe Müller

Danach interpretierte der Kirchenchor Reichenbach-Etzenrot als interessanten Kontrast Musik von Komponisten aus der zu Ende gehenden Barockzeit und der Klassik. Klangschön wurden unter der Leitung von Joachim Langnickel Werke von Johann Sebastian Bach, Jacob Arcadelt, Bernhard Klein und als Höhepunkt das „Ave Verum“ von Mozart interpretiert. Zu „Lobe den Herren“ von Hugo Distler und dem „Vater unser“ von Christian Heinrich Rieck vereinte Langnickel die Stimmen von Konzertchor und Kirchenchor.

Einen musikalisch interessanten Gegenakzent setzte AccoMusica mit „Inmortal“. Der zeitgenössische Komponist Hans Boll erinnert damit an Astor Piazzolla, den Schöpfer des Tango Nuevo. Anschließend erklang mit „Adios Noniño“ eine Originalwerk Piazzollas im Arrangement von Ralf Schwarzien.

Die Dirigenten Uwe Müller (Orchester, links) und Joachim Langnickel (Chöre, rechts)

Gemeinsam ließen danach Kirchenchor, Konzertchor und AccoMusica unter der Leitung von Joachim Langnickel die „Windhaager Messe“ von Anton Bruckner erklingen, der dieses Werk als achtzehnjähriger Schulgehilfe in Windhaag schrieb. Wegen der Schlichtheit gilt sie als Frühwerk Bruckners. Sie lässt sich in der normalen liturgischen Praxis aber nicht gut verwenden, weil Bruckner in dem textreichen Gloria und Credo einige Textstellen nicht komponierte. Die Zuhörer dankten mit lebhaftem Beifall für die Begegnung mit diesem selten gespielten Werk Bruckners.

Den Abschluss des Konzerts bildete das jubelnde „Halleluja“ aus dem Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel, vorgetragen vom Kirchenchor Reichenbach-Etzenrot und begleitet von AccoMusica. Für den reichlich gespendeten Applaus bereits nach den einzelnen Werken bedankten sich Kirchenchor und AccoMusica mit „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach unter der Leitung von Uwe Müller.

Helmut Zahnleiter

Anton Bruckner, Messe in C, dargeboten vom Kirchenchor Reichenbach-Etzenrot und vom 1. Orchester AccoMusica