25 Jahre „Waldbronner Musikpreis“

Eine Erfolgsgeschichte

Als sich das Akkordeon-Orchester Reichenbach – so hieß AccoMusica früher – für die 1988 stattfindenden Wertungsspiele des DHV-Bezirks Mittelbaden bewarb, ahnte noch niemand, welche Erfolgsgeschichte daraus werden sollte. Der Verein, gerade mal 15 Jahre jung, wollte zu seinem kleinen Jubiläum eine besondere Veranstaltung bieten. Also lud man auch Vereine der Nachbarbezirke ein und verlieh im Rahmen des „Harmonika-Bezirkstreffen Mittelbaden“ zusätzlich einen von Waldbronn gestifteten Musikpreis der Kurgemeinde Waldbronn. Während man in der Waldbronner Festhalle ein dreitägiges Sommerfest veranstaltete, trugen am Samstag und Sonntag parallel dazu 69 Solisten, 6 Duos und 17 Orchester in der Albert-Schweitzer-Schule ihre Wettbewerbsstücke vor. Es ist bemerkenswert, wie viele Teilnehmer damals aus unserem Bezirk stammten.

Anlässlich der Veranstaltungsreihe „700 Jahre Reichenbach“ erhielt im Jahre 1992 unser Verein erneut den Zuschlag für ein Bezirkstreffen, und wiederum plante man parallel zum Wettbewerb ein großes Sommerfest. Feste feiern und die Bevölkerung bewirten waren in der damaligen Zeit wichtige Anliegen im Vereinsleben, nicht nur in Reichenbach. Die Mitgliederversammlung wählte in jenem Jahr, knapp zwei Monate vor dem Wettbewerb, einen komplett neuen Vorstand, der frischen Wind bringen und sich vor allem die Nachwuchsförderung zu Herzen nehmen wollte. Die damalige Bezirksverwaltung traute dem jungen Vorstand die kurzfristige Organisation des Bezirkstreffens offenbar nicht zu und sagte dieses kurzerhand ab. Noch heute kursiert bei uns die Begründung als geflügeltes Wort: „Macht erst mal ein Gartenfest!“

Der neue Vorstand, allesamt Orchestermusiker, wollte nicht zulassen, dass die Probenarbeit der angemeldeten Vereine umsonst gewesen sein sollte. Also lud man erneut zu Wertungsspielen ein, jetzt aber zum Musikpreis der Gemeinde Waldbronn. Und bis auf ganz wenige Ausnahmen kamen sie alle, insgesamt 29 Solisten, 8 Duos und 13 Orchester bzw. Ensembles aus dem DHV-Bezirk Mittelbaden – und das, obwohl das ursprünglich geplante Sommerfest nicht mehr stattfand. Unnötig zu erwähnen, dass die Veranstaltung vorbildlich und mit Bravour gemeistert wurde.

1998 ging aus den Überlegungen zu einer angemessenen Gestaltung des 25-jährigen Vereinsjubiläums die Ausschreibung zum 3. Waldbronner Musikpreis hervor. Gleichzeitig hatte man sich dazu entschlossen, überregional einzuladen und einen dreijährigen Turnus einzuführen, damit sich Orchester im Vorfeld des „Internationalen Akkordeon Festivals“ in Innsbruck einem letzten Leistungstest unterziehen können. Der Erfolg gab dieser Idee recht: Wir konnten Akkordeonistinnen und Akkordeonisten aus dem gesamten süddeutschen Raum in Waldbronn begrüßen.

Zum 4. Waldbronner Musikpreis 2001 kamen Teilnehmer sogar aus dem benachbarten Ausland und bescherten uns mit 550 Teilnehmern den bis dahin größten Wettbewerb. Die drei Jahre zuvor selbst entwickelte Datenbank zahlte sich bereits aus und blieb bis heute die Basis für Teilnehmerverwaltung, Programmheft und Ergebnisauswertung.

Während immer mehr Wertungsspiele aufgrund mangelnder Teilnehmerzahlen abgesagt werden mussten, war auch das kleine Jubiläum des 5. Waldbronner Musikpreises 2004 wieder ein Erfolg. Es war der letzte Wettbewerb unter dem alten Vereinsnamen „Akkordeon Orchester Reichenbach“. Unser Verein hat sich weiterentwickelt, mit dem Musikgarten die musikalische Frühförderung integriert und ist längst auch in der Nachbargemeinde Karlsbad etabliert. Es wurde höchste Zeit, dies im Jahr 2005 mit einem neuen Vereinsnamen zu dokumentieren: AccoMusica.

Doch eine bewährte Organisation mit neuem Namen und Vereinslogo, neuem Corporate Design und Integration in die Vereins-Website ist noch kein Erfolgsgarant. So fiel zunächst niemandem auf, dass 2007 der avisierte Termin für den 6. Waldbronner Musikpreis 2007 mit der Osterarbeitswoche des Deutschen Harmonika-Verbands kollidierte. Als dann ein Jurymitglied nach dem anderen wegen seiner Verpflichtung beim DHV bei uns absagen musste, blieb keine andere Wahl, als die Veranstaltung zu verschieben und neu auszuschreiben. Verständlich, dass wir in diesem Jahr etwas geringere Teilnehmerzahlen zu verzeichnen hatten, was aber der Qualität keinen Abbruch tat.

Beim letzten Wettbewerb 2010 zeichnete es sich dann ab: Der Durchbruch ist gelungen, der Waldbronner Musikpreis konnte sich bundesweit etablieren. Die weiteste Reise nahm ein Trio aus dem ostfriesischen Leer auf sich, das spontan auch die Preisverleihung umrahmte und dabei das Publikum begeisterte. Darüber hinaus warteten die Teilnehmer des 7. Waldbronner Musikpreises 2010 mit herausragenden Leistungen auf. Nie zuvor wurde auf so hohem Niveau musiziert.

Mit knapp 600 Akkordeonistinnen und Akkordeonisten meldet der 8. Waldbronner Musikpreis 2013 zum Jubiläum einen Teilnehmerrekord. Nach wie vor wollen wir jedem Musiker eine Plattform bieten, freuen uns aber natürlich darüber, dass in 2013 wieder Akkordeonmusik in höchster Qualität zu erwarten ist. Auch einige renommierte Orchester nehmen die Gelegenheit wahr vor der Teilnahme in Innsbruck den „Ernstfall“ zu proben.

Dass dies gelingen kann, ist auch unseren Jurorinnen und Juroren zu verdanken. Von Beginn an war es uns ein Anliegen, hochkarätige Wertungsrichter einzuladen. Und wenn der Terminplan es ihnen erlaubte, kamen sie auch: Ludwig Pfeffer, Bernd Maltry, Margot Eisenmann, Wolfgang Eschenbacher, Wolfgang Pfeffer, Stefan Hippe, Wolfgang Russ, Volker Rausenberger, Hedy Stark-Fussnegger u. a.

Nebenbei bemerkt ist ein Fußmarsch in die Festhalle zu einem parallel stattfindenden Sommerfest wie vor 25 Jahren nicht mehr nötig. Den Cateringbereich gibt‘s vor Ort. An Speisen und Getränken sollten keine Wünsche offen bleiben.

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